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Aus dem Sanella-Album Australien Neuseeland |
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Seite 44
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Klaus bekommt vor Schreck kein Wort heraus. "Mensch - Jim!" stottert er. "Das ist eine Todesotter ... sie hat dich gebissen ... Wir müssen sofort zu einem Arzt!" Ja - das ist leicht gesagt! Aber hier gibt es weit und breit keinen Arzt. Und ein Serum, ein Gegengift, haben wir nicht bei uns. Da gibt es nur eins: Ich sauge die Wunde aus, und dann - Zähne zusammenbeißen, Jim! - bohre ich eine glimmende Zigarette kräftig in die Bißstelle! Klaus hat inzwischen mit Windeseile den Vergaser wieder eingebaut. Unsere Sachen fliegen hinten in den Wagen, und dann geht es im Höllentempo nach Osten in Richtung Brisbane. Aber bis dahin sind es fast 200 Kilometer! Klaus fährt wie der Teufel. Die Straße ist gut hier. 110, 120 Stundenkilometer zeigt der Tachometer - die Bäume fliegen vorbei! Mir wird übel. Ich muß mich übergeben. Aber Klaus schüttelt den Kopf und gibt noch ein bißchen mehr Gas - gehalten wird nicht! Ich fühle mich hundeelend und müde. Vom Kreischen der Bremsen werde ich wieder wach. Klaus hält vor einer Station, rast die kleine Treppe hinauf und kommt gleich darauf mit einem großen, schlanken Mann wieder. Die beiden sprechen zusammen. Klaus legt meinen Kopf nach hinten und gießt mir einen Trinkbecher Rum in den Hals. Pfui Teufel - schmeckt das Zeug scharf! Dann wird auf einmal alles schwarz um mich her! Als ich aufwache, liege ich in einem Bett. In einem milchigen Nebel taucht Klaus' Gesicht auf. Und noch jemand ist da, der einen weißen Kittel trägt und lacht. "Na - dann ist ja alles wieder in Ordnung! Und übermorgen könnt ihr weiterfahren!" Ja, das ist gerade noch einmal gut gegangen! Auf der Station erfuhr Klaus die Anschrift des nächsten Arztes. Das war noch etwa 60 Kilometer weiter! Aber - Gott sei Dank - war der Mann zu Hause und konnte mir gleich eine Serumspritze geben. Ein bißchen komisch ist mir ja noch; aber Klaus' Bemerkung, ich solle das Brotschneiden in Zukunft lieber ihm überlassen, höre ich doch. |
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Der schönste Hafen der Welt Ob Sydney tatsächlich der schönste Hafen der Welt ist, weiß ich nicht. Aber die Leute hier behaupten es jedenfalls. Und auch uns beiden gefällt Sydney ausgezeichnet! Das Wichtigste und Schönste an Sydney ist sein Hafen. Wenn man vom Stillen Ozean in den Hafen hineinfährt, dann erlebt man eine Überraschung nach der anderen. Zwischen hohen Felsen liegt die schmale Einfahrt - und dahinter breitet sich sonnenüberflutet und ruhig wie ein großer See das Hafenbecken aus. Hinter den vielen Buchten, deren weißer Strand weithin leuchtet, klettern die Wohnhäuser an den dunkelgrünen Hügeln empor. Auch das Geschäftsviertel Sydneys, die City, liegt unmittelbar am Wasser. Und überall Gärten, Parks, Sportplätze! Ja - Sport wird in Sydney, wie überhaupt in Australien, groß geschrieben. Pferderennen, Cricket, Tennis sind hier wichtiger als alles andere. Wer die Namen der Pferde nicht kennt, die am Sonntag starten, der wird nicht ernst genommen! |
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Die offizielle Hauptstadt Australiens ist Canberra, rund 160 Meilen südwestlich von Sydney. Die wirkliche Hauptstadt - nicht nur Australiens, sondern des ganzen Stillen Ozeans - ist Sydney. Und was uns noch auffällt: Die Leute in Sydney sind ausgesprochen fröhlich. Sydney ist wirklich eine lustige Stadt, in der es Freude macht, durch die Straßen zu bummeln oder mit den Taxifahrern und den Hafenarbeitern zu klönen. Das war aber nicht immer so. 1788, fast 20 Jahre nachdem Kapitän Cook die Ostküste Australiens erkundet und für England in Besitz genommen hatte, sandte die britische Regierung 11 Schiffe nach Australien. An Bord waren 717 Sträflinge und 300 Wachsoldaten. Diese 1000 Männer sind die eigentlichen Gründer Sydneys gewesen! Ihr Leben war hart und voller Entbehrungen; aber sie waren die Pioniere, die das Land erschlossen und für die Besiedlung vorbereiteten. Arthur Phillip hatte das Kommando über die junge Kolonie, ein tatkräftiger und weitblickender Mann, der die Sträflinge und auch die Eingeborenen gerecht und anständig behandelte. Aber seine Nachfolger nutzten ihre Machtstellung bedenkenlos für ihre eigenen Zwecke aus. Die Sträflinge wurden ausgebeutet. Sie mußten arbeiten, bis sie unter den Peitschenschlägen der Aufseher zusammenbrachen. Die Eingeborenen wurden erbarmungslos ausgerottet. |
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